<%@ Master Language="C#" %> Die Story

Der Heidjers-Hof

Im Grunde fing alles im Herbst 1999 in unserer Küche in Kleinburgwedel an. Da ich wusste, dass Ilona gerne wieder ein Pferd haben wollte, fragte ich in meinem männlichen Leichtsinn:„ Was kostet eigentlich ein Friese?“ Seit dieser Frage gab es kein Halten mehr. Es wurden Landwirte nach Wiesen gefragt, und unser kleiner Garten musste für eine Pferdebox herhalten. Als „Stadtmensch“ kann man sich gar nicht vorstellen, wie schwer es ist auf dem „Land“ eine Wiese zu pachten. Nachdem die Wiesenfrage geklärt war und wir ein Stückchen Grün ( ca. 3500 m² ) vom Realverband gepachtet hatten, konnte die Pferdefrage geklärt werden. Wir lasen Pferdezeitungen, den „Heißen Draht“ und im Internet diverse Angebote von Friesenfohlen. Etliche Besichtigungstermine  - unter Anderem auch in Friesland - später hatten wir einen Termin im Bergischen Land bei Frau Thelen. Und da stand sie: "unsere" Namkje mit ihrer Tochter Flora und wollte von uns gekauft werden. Nicht, dass es ihr dort wo sie stand schlecht ging, aber wir hatten das Gefühl, dass es ihr bei uns besser ginge.

 

Wer kann diesen Augen widerstehen.

 

  

Nachdem wir uns mit der Besitzerin geeinigt hatten (Sie wollte noch ein Fohlen aus Namkje haben), holten wir sie im August 2000 aus Gaastmeer in Friesland - wo sie bei Piet Heytemar zum Decken stand - ab.
Bei uns in Kleinburgwedel war alles vorbereitet

Wiese eingezäunt

Stall fertig und eingestreut

Garten pferdesicher gemacht

Nach 11 Monaten war es dann soweit, Flores wurde geboren. Wie es sich für einen Friesenhengst gehört, wurde der Verein erst einmal ordentlich aufgemischt, und ich wurde vom „Friesenvirus“ erwischt.

Flores entwickelte sich in den nächsten 6 Monaten prächtig.

 

 

Und dann war es soweit, wir mussten ihn schweren Herzens abgeben. Wir brachten ihn nach Gaastmeer, zu Piet Heytemar, wo er die nächsten 18 Monate in einer Hengstgruppe verbrachte.

 

  

Zwischenzeitlich haben wir ihn zweimal besucht bevor er nach Mexico verkauft wurde.

 

Damit unsere Namkje nicht so allein stehen musste, haben wir ein „Beistellpony“ gekauft.
„Jule“, das härteste Pony unter der Sonne.

 

 

 

Nach einer angemessenen Inkubationszeit brach der „Friesenvirus“ dann mit voller Kraft aus. Wir wollten Friesenpferde züchten. Gesagt - getan. Doch jetzt begann die Qual der Wahl: welcher Hengst ist denn der beste für unsere Namkje??!! Nach einigem Hin und Her sind wir bei Sabine Mehl fündig geworden. Namkje ist vom FPZV Prämienhengst Oetze gedeckt worden und wir wurden Mitglieder im FPZV.

 

Wiederum 11 Monate später erblickte "Oukje R. vom Heidjershof" das Licht der Welt. Oukje war die „Wucht in Tüten“, die Herzensbrecherin überhaupt. Frech wie Oskar und neugierig bis zum geht - nicht - mehr. Da Fohlen wachsen, benötigten wir für die Zukunft unserer Pferde ein wenig mehr Stall. Wir starteten eine inoffizielle Bauvoranfrage und bekamen den inoffiziellen Rat, keinen Bauantrag zu stellen, da wir in einem reinen Wohngebiet wohnen würden und unser derzeitiger Stall nur geduldet sei. Nach dieser inoffiziellen Abfuhr entstand in uns der Wunsch noch einmal neu zu beginnen. Aber was sollte es sein??

Fertiges Haus kaufen und nach unseren Vorstellungen - natürlich nur mit ausreichend Wiese und Stall - umbauen, oder neu bauen mit gleichen Voraussetzungen? Durch etliche Haus- und Hofbesichtigungen ernüchtert, haben wir uns für Neubau entschieden. Wir fanden ein Grundstück mit ausreichend Wiese in Walle bei Winsen (Aller). Die Finanzierung wurde gestartet, und als diese stand war die Wiese nicht mehr zu verkaufen. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Nach einigen Turbulenzen kamen wir doch noch zu unserem Grundstück mit Wiese in Walle, wenn auch an anderer Stelle. Der „Bau“ begann im April 2004.
Bis auf die Bodenplatte, die Außenwände und das Dach haben wir alles selbst gemacht.

 

 

Im August konnten wir in unsere Baustelle ziehen. WC, Küche und Arbeitszimmer ( worin wir geschlafen haben) waren fertig, der Rest folgte nach und nach.

 

Bis in den späten November dauerte es bis das Bad fertig war, solange haben wir draußen geduscht.

 

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch ein Friesenfohlen gekauft damit Oukje einen gleichaltrigen Kumpel hat. Marlyn kam im November mit Oukje und Namkje zu uns nach Walle. Die Drei standen vorher bei der Fam. Wedekind in Hermannsburg, da unsere Wiese noch nicht eingezäunt war und das Gras erst ziemlich spärlich wuchs.

 

Unsere Pferde mussten den Winter in der Weidehütte verbringen da der Stall noch nicht fertig war.

 

2005 Die Stallaktion

 

Die Stallaktion begann mit dem Auswinkeln der Fläche. Wir hatten mit dem Architekten zwar grob abgesteckt, aber noch nicht die genaue Lage eingemessen. Also Pythagoras - den alten Griechen - belästigt, Längen von Dreiecken ausgerechnet, Kreisbögen geschlagen und bis auf drei cm alles genau getroffen.

 

Als alles ausgemessen war, haben wir mit einem gemieteten Minibagger die Streifenfundamente ausgehoben. Nachdem diese eingeschalt und mit Baustahl versehen waren, wurde der Betonmischer eingeschaltet --ein Geräusch, dass ich in den nächsten Wochen noch verflucht habe-- und die Fundamente wurden gegossen.

 

Während der Fundamentegießerei haben wir gleichzeitig die Wasserleitungen für die Tränkebecken gelegt. Die Tränkebecken sollten mit Schwimmer und beheizbar sein.

Es wurden Betonrohre benötigt damit die Tränken montiert werden konnten. Diese Betonrohre (30 cm im Durchmesser, 2 mtr. lang und 230 kg schwer) haben wir auf Bohlen und Rohren wie bei den alten Ägypter zu ihren Positionen gerollt.

 

Nach dieser „Leichtigkeit“ haben wir mit der Bodenplatte begonnen.

Schreibt sich ganz einfach, jetzt im Nachhinein können wir auch schon wieder darüber lächeln, war aber zu dem Zeitpunkt eine mörderische Maloche. Ilona hat ca. 23 m³ Sand gesiebt (der Sand ,den wir hatten war mit Lehmstücken durchsetzt) damit ich Beton mischen konnte.

Schließlich sollte die Bodenplatte ja auch stabil sein und halten.

 

Der Beton härtete trotz Regen aus und wir setzten die Bolzen und Gewindestangen zum Befestigen des Ringbalkens. Danach wurden vier Reihen gemauert. Als die Mauern standen und wir so die Ausmaße der Boxen und des Stalls sahen, war das schon ein tolles Gefühl, Ereignis, Erlebnis, Anblick sch… egal, es war einfach schön, unsere geleistete Arbeit zu sehen.

Vergessen waren die :

·         ca. 23 m³ Sand die gesiebt und gemischt wurden,

·         die ca. 290 Schiebkarren Beton die gekarrt wurden,

·         die 460 kg Betonrohre und die ganzen Nickelichkeiten des Wetters und des Baugottes.

 

Der Ringbalken wurde zugesägt und aufgeschraubt und der erste Eckbalken wurde aufgestellt. Von da an gab es kein Halten mehr, bis zum Abend standen die vier Ecken. In Windeseile ging es weiter, Mittelständer aufstellen und obere Balkenlage montieren war Eins. Die Deckenbalken für den Heuboden einziehen war dann schon wieder etwas schwerer im wahrsten Sinne des Wortes. Die Balken waren 6,5 mtr. lang, 12 cm breit und 22 cm hoch da kommt einiges an Gewicht (ca. 110 kg/Stk.) zusammen. Aber was soll´s, auch das wurde geschafft und die Bohlen für den Heuboden konnten montiert werden.

Es ging voran. 

Beim Ausnageln der Bohlen für den Heuboden, war die ganze Konstruktion noch ziemlich wackelig. Es mussten unbedingt die Aussteifungen montiert werden.

Als diese angebracht waren, bekam die ganze Sache schon etwas mehr Stabilität.

Nun konnten die Firstbalken aufgelegt werden. Der Erste war der schlimmste, er ging über drei Stützen und er war auch der Längste. Aber auch dieses Mörderteil haben wir geschafft, ohne Kran. Danach weiß man wie es geht.

Als alle Firstbalken aufgelegt und befestigt waren, wurden die Sparren zugesägt, ausgeklinkt und aufgelegt. Die Unterspannbahn antackern war dann wieder zum entspannen. Was hier so einfach aussieht, war für Ilona und mich eine „wahnsinns Maloche“. Hat aber Spassss gemacht!! Und jetzt mit dem nötigen Abstand, war alles nur halb so schlimm.

Nachdem die Unterspannbahn und die Konterlattung fertig waren, habe ich die Abstände der Dachlatten höchst fachmännisch „ausgetentert“. Hat im Nachhinein auch ganz gut gepasst.



 

Unsere Dachziegel haben wir gebraucht gekauft und dadurch war an einigen (eigentlich Allen) noch Mörtel vom Vorbesitzer. Diesen haben wir ganz vorsichtig mit Flex und Hammer in vielen Stunden abgepickt. Die Dachziegel wurden von uns

·         beim Vorbesitzer in den Pferdeanhänger geladen

·         bei uns ausgeladen und aufgestapelt

·         vom Mörtel befreit

·         und aufgestapelt

·         auf das Dach getragen und in Stapeln auf die Dachlatten gelegt

·         auf dem Dach ausgelegt

Wir kennen jeden der Ziegel mit Vornamen.

 



Beim Verlegen der Ziegel auf der ersten Dachhälfte hat uns unser Friesenfreund Holger geholfen. Da die Zeit knapp wurde, haben uns die Friesenfreunde (die Nordlichter) bei der zweiten Hälfte geholfen.


 
 

Nachdem wir die letzten blauen Folien durch unsere „Ausfachung“ ersetzt hatten, mittlerweile ist es 2006 geworden, haben wir eine große Einweihungsparty veranstaltet.